OGI-Kameras machen Gasleckagen sichtbar – warum also nicht auch das Leck hinter einem Wasserschaden damit orten? Der Gedanke liegt nahe und kommt in Gesprächen immer wieder auf. Die Idee: Tracergas einspeisen und die undichte Stelle flächig auf dem Bildschirm sehen, statt sie punktweise mit der Sonde zu suchen. Die Antwort ist ein klares Nein, aus einem Grund, den man nicht umgehen kann.
Das Gas ist im Infraroten unsichtbar
Unser Standard-Tracergas ist Formiergas, 95 % Stickstoff und 5 % Wasserstoff. Beide bestehen aus zwei gleichen Atomen, ändern beim Schwingen ihr Dipolmoment nicht und sind damit im Infraroten schlicht unsichtbar. Es gibt keine Absorptionslinie, die eine OGI-Kamera nutzen könnte. Kein Filter, kein Kameratyp ändert daran etwas.
Genau die Eigenschaft, die Wasserstoff zum perfekten Tracer macht, seine winzige Molekülgrösse und hohe Diffusionsfähigkeit durch Estrich, Mörtel und Beton, macht ihn für die Kamera also blind.
Auch ein geeignetes Gas wäre nicht automatisch sichtbar
Selbst wenn ein Gas im Messbereich einer OGI-Kamera absorbiert, ist seine Erkennung nicht garantiert. Entscheidend sind der Strahlungskontrast zum Hintergrund sowie die Konzentration und Ausdehnung der Gaswolke entlang der Blickrichtung. Ein diffuser, stark verdünnter Austritt kann die Erkennung erschweren. Raumtemperatur allein ist dagegen kein Ausschlusskriterium.
Beim üblichen Formiergas scheitert die direkte Darstellung bereits an den infraroten Eigenschaften von Wasserstoff und Stickstoff. Für diese Tracergasortung wird deshalb ein geeignetes Wasserstoff-Ortungsgerät eingesetzt.
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